TKG Hildesheim

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Aber der ‚Kleine Weg’ ist „eben ein Weg, kein Stillstand, und weiter ein christlicher Weg, also ein Weg der Nachfolge Christi, und somit selbstverständlich ein Weg, der keine Unentschiedenheit, kein Zögern, keine Mittelmäßigkeit verträgt, sondern ein Weg der Vollkommenheit. Ein Weg, der natürlich – sonst wäre er ja kein christlicher Weg – den ganzen Menschen in Dienst nimmt.“

Hans Urs von Balthasar, Schwestern im Geist, Therese von Lisieux und Elisabeth von Dijon, Johannes Verlag Einsiedeln 1970, S. 260.

Brigitte Kaemmerer TKG / Frithjof Oertel TKG

Der idealtypische Ablauf eines Treffens der Gemeinschaft:

Die monatlichen Treffen

In dem gesamten Zeitraum seit der kanonischen Errichtung, den wir überblicken können, hat es im Leben der TKG Hildesheim eine Konstante gegeben: die monatlichen Treffen - begleitet von unserem Geistlichen Beirat, Propst em. Klaus Funke. Die Treffen finden in der Regel am 3. (ausnahmsweise auch einmal am 2.) Freitag eines Monats zwischen 17 und 21 Uhr im Paulusheim der Vinzentinerinnen in Hildesheim statt (31134 Hildesheim, Neue Str. 15).

Wir treffen uns (von Ausnahmen abgesehen) in einem Besucherraum im Keller, den die Ordensschwestern uns - mit Getränken (Wasser, Säften) gut versorgt – zur Verfügung stellen und der – abgesehen von Tischen und Gestühl - auch die nötige Ausstattung hat, um einen kleinen Imbiss abzuhalten. Die Familiaren, die dazu den Auftrag haben, legen ihre mitgebrachten Esswaren (Brot, Käse, ggfls. auch mehr je nach Anlass) nach ihrer Ankunft auf dem Tresen ab.

Die An- und Abreise wird mit PKW-Fahrgemeinschaften bzw. durch öffentliche Verkehrmittel gestaltet, d. h. viele Aspekte des Zueinanderfindens werden bereits vor bzw. nach dem eigentlichen Treffen angesprochen. Es ist jedes Mal eine große Freude, sich wieder zu sehen.

Familiaren, die zuerst eintreffen, stellen die Tische und Stühle so zusammen, dass wir eine gemeinsame Tafel bekommen, an der wir - als kleine Gemeinschaft einander in die Augen schauend - sitzen können.

Auf den nicht benötigten Tischen werden Texte, Adressenlisten, Protokolle, die „Karmelimpulse“ aus Birkenwerder, Broschüren, Prospekte usw. ausgelegt, mit denen sich die Teilnehmer/innen versorgen können.

Die ersten 15 – 30 Minuten nach der gegenseitigen Begrüßung und dem Eröffnungsgebet sind dem gegenseitigen Austausch von Informationen gewidmet, vor allem über die Familiaren, die nicht kommen können, die durch Krankheiten oder aus anderen Gründen verhindert sind.

Das gegenwärtig praktizierte Ablaufschema geht davon aus, dass wir nach dieser ersten Kontaktphase, die auch als warming – up verstanden werden kann, gemeinsam in die Kapelle des Paulusheimes gehen.

Zusammen mit dem Geistlichen Beirat oder seiner Vertretung beten wir derzeit ab ca. 17.30 Uhr die Vesper. Dazu werden die Breviere mitgebracht. Die Vesper wird in die Messe integriert, d. h. in aller Regel tagen wir – auch wenn der Geistliche Beirat einmal verhindert ist - im Beisein eines Priesters.

Die Messe gilt unter uns einvernehmlich bis zum heutigen Tage als ein, wenn nicht der Höhepunkt unserer Treffen, was auch zur Folge gehabt hat, dass sie oft über Jahre in die Mitte oder ans Ende der Treffen gelegt wurde. Bei der Messgestaltung übernehmen die Familiaren abwechselnd die Lektorendienste und formulieren die Fürbitten. Die Messe des Tages, häufig auch des Tagesheiligen, wird zugrunde gelegt. In der Regel wird ein Bezug zu einem Heiligen des Karmel, oft Thérèse von Lisieux, erst in der Predigt hergestellt und in den späteren Gesprächen wieder aufgenommen.

Es ist über Jahre üblich gewesen, die Predigt mit einem Diktaphon aufzuzeichnen, um sie später aufschreiben und als Text allen Teilnehmer/innen zur Verfügung stellen zu können. So liegen inzwischen ganze Ordner mit Predigttexten vor.

Die Eucharistie wird in beiderlei Gestalt angeboten, wobei ein Familiar als Kommunionshelfer tätig ist. Ein anderer Familiar bringt die Hostienschale nach vorne. Wir versammeln uns in einem Halbkreis um den Altar.

Vor bzw. nach der Eucharistiefeier folgen längere Phasen der Stille und des Inneren Betens.

Im Anschluss an die Messfeier besteht die Möglichkeit zur Beichte.

Die Familiaren, die nicht zur Beichte gehen, begeben sich - nachdem der Altar abgeräumt ist – zurück in den Besucherraum und decken die Tafel für die gemeinsame Agape, ca. ab 18.45 Uhr. Sie nimmt etwa eine halbe Stunde in Anspruch.

Am Ende des Imbisses wird abgeräumt (bis auf die Wassergläser). Eine Schale für Spenden wird herumgereicht, mit denen wir uns bei den Vinzentinerinnen für ihre Gastfreundschaft bedanken.

Nach der Agape folgt zurzeit eine Phase des geistlichen Impulses und Austausches. Der Schwerpunkt liegt in der nächsten Zeit bei der erneuten Lektüre der Schriften von Teresa von Ávila, z. B. der Vida, dem Weg der Vollkommenheit. Wir fädeln uns damit in die Bemühungen ein, die der Vorbereitung auf die 500 Jahr–Feier Teresas (2015) dienen.

Alle 3 – 4 Treffen soll dem Ideal nach eine revision de vie erfolgen, d. h. eine freundschaftlich – kritische Selbstbefragung hinsichtlich des eigenen, mit Gott gestalteten Lebensweges und der gemeinsam gestalteten Treffen.

Die Treffen enden in der Regel zwischen 20.30 und 21.00 Uhr mit einem Schlussgebet.

Auf lokaler Ebene sind Bemühungen in Gang gekommen, dass die jeweils im Ort ansässigen Familiaren einmal zusätzlich vor Ort zusammenkommen. In Hannover wäre das Treffen z. B. möglich bei einem Gottesdienst mit eucharistischer Anbetung in St. Elisabeth an einem Freitag um 18.30 Uhr 14 Tage nach bzw. vor dem nächsten Regionaltreffen. Anschließend könnte das Zusammensein fortgesetzt werden. In Hildesheim könnten die ortsansässigen Familiaren entsprechend bei einer Messe in St. Godehard zusammenkommen, um die Erfahrung der Gemeinschaft zu stärken.

In jedem Jahr wird das jeweils gerade gültige Konzept für die Durchführung der Monatstreffen bei einer Ratssitzung, die auch der Programmgestaltung des nächsten Jahres dient, darauf hin durchgegangen, ob sich Veränderungen als zweckmäßig erweisen könnten.